(Nach)-Denken über Mykoplasmen (als Mastitiserreger)
Published on January 29 2013
Liebe Freunde und Interessierte!
Geradezu symbolisch erscheint mir das Foto (ohne irgendwelche Hintergedanken aufgenommen), das einen der beiden Vortragenden, Ph.D. Larry Fox, beim Workshop über Mykoplasmen zeigt. Larry Fox ist Professor an der Washington State University fox@vetmed.wsu.edu . Den zweiten Vortragenden, Allan Britten, habe ich bereits im Blog über den Prototheken-Workshop vorgestellt.
Symbolisch deswegen, weil Larry Fox eine (unbewusste?) typische Handbewegung macht, vor dem Schriftzug „Epidemiologie und Kontrolle der Mykoplasmen-Mastitis“. Auf diesem Gebiet gilt es für uns Fachleute (in Deutschland) auf dem Gebiet der Mastitis, eine Menge zu erlernen und erfahren.
In diesem Blog kann das Thema nicht annähernd erschöpfend behandelt werden. Aus diesem Grund nur einige (mir wichtig erscheinende) Fakten:
- Mykoplasmen-Mastitis ist eine kontagiöse Form der Mastitis. Von Kühen mit intramammärer Infektion kann der Erreger beim Melken auf andere Kühe übertragen werden.
- Noch nicht abgekalbte und nicht gemolkene Färsen können infiziert sein.*
- In der Sammelmilch von fast 10 % der Kuhbestände in den USA wurde M.bovis nachgewiesen (Tendenz steigen).
- Je größer die Herden, je höher die Nachweisrate.
- M.bovis-positive Sammelmilchen können ohne weitere Maßnahmen wieder negativ werden.
- In manchen Fällen reicht es, wenige, klinisch auffällige, Kühe zu schlachten.
- Therapieversuche bei Nachweis oder Verdacht auf Mykoplasmen-Mastitis sollten unterbleiben.
- Wir benötigen ein verbessertes Probenahmemanagement mit flexiblen, an den jeweiligen Betrieb angepaßte Maßnahmen. Die mehrmalige Entnahme und Untersuchung von Einzeltierproben der gesamten Herde und Schlachtung der Reagenten kann (wird) nicht die Lösung des Problems sein.
*Im Workshop wurde über eine Untersuchung aus einem Jungtieraufzuchtbetrieb (calf raising ranch) berichtet. Dort werden 2-6 Monate alte Kälber routinemäßig auf „Euter“-Veränderungen untersucht. Bei 100 Kälbern mit „geschwollenem Euter“ wurden Sekretproben entnommen und untersucht. Die Nachweishäufigkeiten waren: St.aureus 0, A.pyogenes 7 und Mycoplasma spp. 42 !!
Herzlichst
Reinhard T.