NMC-Kongreß-Bericht (I)
Published on January 31 2013
Liebe Freunde und Interessierte!
Das NMC 52nd Annual Meeting ist vorüber. Über 400 Teilnehmer aus über 40 Ländern haben das jährliche Treffen besucht. Jeder Teilnehmer kam mit speziellen Erwartungen, jeder hatte seine eigenen Erlebnisse und jeder wird anders wieder abreisen. Es gab Teilnehmerbefragungen (Bewertungsbogen = internationale Üblichkeit ?!), deren Ergebnisse ich nicht kenne. Dort würde sich die ganze Bandbreite menschlicher Befindlichkeiten wiederspiegeln, wenn jeder seine ehrlich empfundenen Eindrücke „zu Protokoll“ geben würde. Gerade in den USA scheint es mir nicht üblich zu sein, die „Greatness“ einer Veranstaltung dieser Art direkt anzuzweifeln. Im Bild re ist das Tagungshotel zu sehen.
Nun wie habe ich es erlebt? Die Organisation der Veranstaltung war reibungslos. Die angegebenen Zeiten wurden eingehalten, die Örtlichkeiten stimmten. Bei Nachfragen bekam man kompetente Antworten. Der Veranstaltungsort (San Diego) und das Hotel waren gut gewählt. Zum Programm selber: Für mich waren die Workshops (Short Courses) die Höhepunkte, von denen ich fachlich in Bezug auf die Nachhaltigkeit der Informationen am meisten profitiert habe. Hoffentlich dann auch im wahren Sinne des Begriffs.
Die Hauptverträge vor großem Publikum waren sehr unterschiedlich. Besonders positiv erwähne ich den Vortrag von Prof. Rupert Bruckmaier aus Bern über die Rolle von Oxytocin beim Melken. Es ist überraschend etwas Neues zu einem Thema zu hören, von dem meinte, (fast) alles zu wissen. Bei größer werdenen Herden, werden uns mit einem Thema befassen müssen, dass bisher nicht auf der Tagesordnung stand: Dairy Stockmanship. Mir fällt (bisher) keine gute deutsche Übersetzung ein. Es bedeutet so viel wie: Wie behandle ich Kälber, Rinder und Kühe richtig in Bezug auf Tierwohl und Zeitersparnis. Zu diesem Thema gab es einen beeindruckenden Vortrag von Margaret Perala, der durch Videoaufnahmen sehr anschaulich wurde.
Es gab mehrere Vorträge zu Thema Lebensmittelsicherheit. In den USA ist man inzwischen sehr fokussiert auf diese Thematik. Nach meinen kurzen Eindrücken, auch außerhalb der Veranstaltung, geschieht dies mit einer mich beängstigenden Gründlichkeit; dagegen ist die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit (noch) ein „Kindergeburtstag“. Bei der bloßen Erwähnung des Wortes „raw milk“ kann man hier ein kollektives Zucken beobachten.
Herzlichst
Reinhard T.